Humanitäre Minenräumung

Seit 1992 engagiert sich Deutschland in der Humanitären Minenräumung weltweit. Neben der Ächtung von Antipersonenminen, verbunden mit einem Produktions- und Verbreitungsstop, ist die aktive Minenräumung das wichtigste Instrument zur Reduzierung der Folgen durch den Einsatz dieser Waffe.

In diesem Bereich ist die in Deutschland eingetragene internationale humanitäre Nichtregierungsorganisation "DEMIRA Deutsche Minenräumer e.V." seit 1996 aktiv und leistet humanitäre Hilfe durch Minenräumen, Beseitigung von Kampfmitteln, medizinische Notversorgung und Katastrophenhilfe.

Vorrangiges Ziel der Minenräumung ist es, das Leben und Überleben in den betroffenen Gebieten zu sichern oder wieder möglich zu machen. Dazu gehören insbesondere die Bereitstellung landwirtschaftlicher Flächen, die Sicherung von Wohnraum und die Rehabilitierung von wichtigen Infrastrukturen wie Schulen, Straßen und Wasserwirtschaft.

Bild vergrößern Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts ist DEMIRA seit über 10 Jahren im Bereich der Humanitären Minenräumung auch in Bosnien und Herzegowina tätig. Dort befinden sich nach Unterlagen des Mine Action Centres von Bosnien und Herzegowina noch ca. 670.000 Minen und 650.000 Blindgänger (UXOs) in 10.000 betroffenen Gebieten. Bosnien und Herzegowina ist damit das am stärksten verminte Land in Europa. Die geschätzte kontaminierte Gesamtfläche beträgt ca. 2.140 Quadratkilometer oder 4,13% des gesamten Territoriums.

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts konnte DEMIRA bis zum Jahr 2010 insgesamt 2.139.611 Quadratmeter vermintes Land räumen und an die lokale Bevölkerung zurückgeben.

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit den USA und Norwegen übrigens der drittgrößte Geldgeber für die Minenräumung in Bosnien und Herzegowina.