25 Jahre Deutschland für Bosnien und Herzegowina

Botschafterin Christiane Hohmann Bild vergrößern Botschafterin Christiane Hohmann (© Deutsche Botschaft) Zeit für Bilanz und Ausblick

Im Jahr 2017 können Deutschland und Bosnien und Herzegowina auf 25 Jahre diplomatische Beziehungen zurückblicken – 25 bewegte und intensive Jahre. Deutschland ist in Bosnien und Herzegowina auf vielfältige Weise sichtbar. Deshalb freue ich mich, dass sich diese Woche am 8. Dezember „Deutschland für Bosnien und Herzegowina“ - politisch, wirtschaftlich und kulturell  präsentiert. Ich lade Sie ein, sich an diesem Tag von 10 bis 18 Uhr  im Dom Mladih einen eigenen Eindruck von dieser bunten Vielfalt zu machen! (Programm)

Spürbarer noch  als die diplomatischen Beziehungen sind die starken Verbindungen zwischen den Menschen in Deutschland und Bosnien und Herzegowina. Derzeit leben ca. 240.000 bosnisch-stämmige Bürger in Deutschland, 80.000 davon mit deutscher Staatsangehörigkeit. Die steigende Zahl von Touristen bezeugt die wachsende Neugier auf dieses noch recht junge Land auf dem Balkan. Die kulturellen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sind sehr eng, auch dank lebendiger Städtepartnerschaften und vieler Deutschlernender.

Die Bundesrepublik Deutschland engagiert sich seit Abschluss des Daytoner Abkommens in Bosnien und Herzegowina nicht nur politisch, z.B. im Friedensimplementierungsrat,  sondern auch ganz konkret: beim humanitären Minenräumen oder z.B. dem Bau moderner Infrastruktur in Städten und Gemeinden. Die Bundesregierung hat bislang für den Aufbau und die Entwicklung von Bosnien und Herzegowina knapp eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt und gehört damit zu den wichtigsten bilateralen Unterstützern dieses Landes.

Mit fast 25 Jahren ist BiH ein zwar noch recht junger Staat. Aber er ist Träger eines Gemeinwesens, das den Bürgern von Bosnien und Herzegowina gehört, für das sie alle gemeinsam in Verantwortung stehen. Gerade in den vergangenen 18 Monaten hat das Land, auch dank der Reformagenda wichtige Fortschritte gemacht und ist im EU-Annäherungsprozess ein entscheidendes Stück vorangekommen. Allerdings, die noch offenen Punkte der Reformagenda müssen nun entschlossen angegangen werden, damit sich BiH wirtschaftlich, sozial und politisch weiter in Richtung eines in allen Bereichen stabilen Landes entwickelt, auf das seine Bürger uneingeschränkt stolz sein können.

BiH muss seinen Bürgern wirtschaftliche Sicherheit und Verlässlichkeit bieten: Insbesondere die Jugend braucht Arbeitsplätze und eine Zukunft – im eigenen Land! Die Menschen sind auf funktionierende Sozialsysteme angewiesen. Aber nicht nur die wirtschaftliche Grundlage bestimmt das Gemeinwesen -es ist die gelebte Demokratie, der Austausch auf allen Ebenen: Jeder muss wählen und gewählt werden können, jede Stadt, jede Gemeinde hat das Recht auf einen gewählten Bürgermeister. Die Demokratie lebt davon, dass es unterschiedliche Ansichten gibt, die man austauscht, man hört zu und bewegt sich aufeinander zu.

In Deutschland findet Bosnien und Herzegowina auch weiterhin einen seiner engagiertesten Fürsprecher in Europa.

Für die nächsten 25 Jahre wünsche ich mir, dass Deutschland und BiH weiter eng und vertrauensvoll zusammen arbeiten - in einem vielfältigen, demokratischen und friedlichen Europa!