Zehn Höhepunkte der Preußen-Stiftung

Büste der Königin Nofretete in Berlin Bild vergrößern Büste der Königin Nofretete in Berlin (© picture-alliance / dpa)

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde am 25. Juli 1957 mit dem Zweck gegründet, die Sammlungen und Archive des preussischen Staates, der nach dem 2. Weltkrieg aufgelöst wurde, zu bewahren, zu pflegen und zu ergänzen. Die Stiftung zählt zu den größten Kultureinrichtungen weltweit und umfasst die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung. Der Bund und den 16 Länder tragen gemeinsam die rechtliche und finanzielle Verantwortung.

Jede Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat ihre Highlights. Eine Auswahl zu treffen, ist vermessen. Wir versuchen es trotzdem und legen einen Schwerpunkt auf die Museen

Nofretete
Sie ist die attraktivste Berlinerin: Die zeitlose Schönheit der Büste der ägyptischen Königin Nofretete, um 1340 v. Chr. aus Kalkstein und Gips gefertigt, ist das berühmteste Exponat der Museumsinsel. Sie wurde 1912 bei Ausgrabungen entdeckt und mit Genehmigung der ägyptischen Behörden nach Deutschland gebracht. Noch residiert sie im Alten Museum, 2009 zieht sie ins Neue Museum.

Schinkels Rotunde
Gleich hinter dem Eingang zum Alten Museum wartet die erste Überraschung: die Rotunde mit Säulen und Skulpturen wie im alten Rom. Tatsächlich diente das Pantheon, größter Kuppelbau der Antike, Karl-Friedrich Schinkel als Vorbild für seinen Museumstempel von 1830. Leicht zu übersehen: Von der Rotunde aus geht es direkt in ein kleines Museumscafé. Nach den Besichtigungen ist auch das ein Highlight.

Beethovens Neunte
Die 200 Seiten starke Original-Partitur der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens gehört zu den kostbarsten Schätzen der Staatsbibliothek zu Berlin. Das Autograph hat eine wechselvolle Geschichte, war durch Krieg und Kalten Krieg jahrzehntelang gesplittet zwischen Ost und West. Jetzt ist die Sinfonie mit dem berühmten Schlusssatz (Europahymne) wiedervereint und seit 2001 Weltdokumentenerbe der Unesco.

Pergamon-Museum in Berlin Bild vergrößern Pergamon-Museum in Berlin (© www.magazine-deutschland.de)

Lange Nacht der Museen
Wenn zweimal im Jahr, meist im Januar und August, über 100 Museen, Sammlungen, Archive, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser bis lange nach Mitternacht geöffnet bleiben, feiert Berlin eins seiner größten Kulturfeste. Natürlich sind auch die Museen der SPK mit dabei. Sie zählten im vergangenen Jahr allein in der langen Museumssommernacht 40000 Besucherinnen und Besucher.

Pergamonmuseum
Der Primus unter allen Museen in Deutschland ist das Berliner Pergamonmuseum: Seit Jahren zieht es wie ein Magnet die meisten Besucher an, 1,13 Millionen kamen 2007. Grund dafür sind die monumentalen Architekturen wie der Pergamonaltar oder das faszinierende blaue Ischtar-Tor, eines der Stadttore des antiken Babylon. Ausstellungs-Höhepunkt 2008: die Schau „Babylon – Mythos und Wahrheit".

Mighty Wurlitzer
Bei ihr lassen sich alle Register ziehen, ob Donnergrollen oder Vogelzwitschern: So breit ist die Klangpalette der „Mighty Wurlitzer", einer der größten Theater- und Kinoorgeln Europas. Das Instrument von 1929 gehört zur Sammlung des Staatlichen Instituts für Musikforschung und ist im Musikinstrumenten-Museum am Kulturforum zu bewundern – und jeden Samstag um 12 Uhr auch zu hören. 

Gipsformerei
Die Gipsformerei ist die weltweit größte Institution ihrer Art und die älteste Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin. Seit mehr als 150 Jahren werden hier Gips-Repliken angefertigt. 7000 Stücke aus allen Epochen umfasst der Formenbestand. Ein Glück. Die im Krieg zerstörte Quadriga auf dem Brandenburger Tor konnte nur anhand der Gipsabdrücke neu in Bronze gegossen werden.

Mega-Ausstellungen
Der „lichte Tempel aus Glas" der Neuen Nationalgalerie, nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe 1968 gebaut, zeigt die Kunst im Keller. Neue Maßstäbe im Ausstellungsbusiness setzte die SPK hier mit ihren erfolgreichsten Schauen: Stundenlang standen die Menschen Schlange, um 2004 und 2007 Hauptwerke aus dem Museum of Modern Art oder dem Metropolitan Museum aus New York zu sehen.

Surreale Begegnung
Das neuste Museum der SPK ist die im Juli 2008 eröffnete Sammlung Scharf-Gerstenberg. Sie zeigt hochkarätige Werke der Surrealisten. Ganz echt, aber trotzdem unwirklich: Bis zur Fertigstellung der Museumsinsel stehen in dem gleichen Gebäude noch die Säulen des antiken Sahuré-Tempels und des Kalabscha-Tors aus der Sammlung des Ägyptischen Museums. Das residierte früher hier.

Caspar David Friedrich
In den Raum 3.06 der Alten Nationalgalerie pilgern alle Romantikfans: Hier hängen die Gemälde von Caspar David Friedrich, dem Hauptmeister der deutschen Romantik, darunter so berühmte Werke wie „Der einsame Baum" oder „Mondaufgang am Meer". Nicht verpassen sollte man allerdings auch die Werke von Liebermann, Menzel, Courbet, Monet, Cézanne, Böcklin