Nach „Mekka“: Auch „Medina“ strahlt nun wieder

Botschafterin Hohmann in der Miscina Moschee Bild vergrößern Botschafterin Hohmann in der Miscina Moschee (© Deutsche Botschaft )

Die deutsche Botschafterin Hohmann hat am 16. März 2017 das Ergebnis der Restaurierungsarbeiten in der Miscina-Moschee in der Altstadt von Sarajewo begutachtet. Nach dem Fresko „Mekka“ wurde dort auch das Wandbild "Medina" mit finanzieller Unterstützung der deutschen Botschaft restauriert. Christiane Hohmann freute sich über die beiden wunderbaren Gemälde, die sie als „einmalig und faszinierend“ charakterisierte.

Im Rahmen des Kulturerhalts hatte die Bundesregierung in den Jahren 2015 und 2016 in Zusammenarbeit mit der Nationalen Denkmalschutzkommission die Restaurierung der Kunstwerke im Inneren der Miscina-Moschee finanziert.

Fresken und Mihrab

1870 hatte der bekannte Künstler Mustafa Fagin diese wertvolle Fresken mit den Motiven Mekka und Medina an der Innenwand der Moschee angebracht und die Mihrab kunstvoll ausgemalt. Mit den Jahren haben die Kunstwerke gelitten und wurden fehlerhaft ausgebessert. Die deutsche Botschaft hat 2015 und 2016 mit Mitteln der Bundesregierung die werkgerechte Instandsetzung der Fresken und der Mihrab finanziert.

Fachmännische Restaurierung

Während der Arbeiten 2015 stellte sich heraus, dass die Bausubstanz der Moschee schon sehr viel stärker angegriffen war, als erwartet. So mussten umfassende Vorarbeiten zur Sicherung der Wand geleistet werden, auf welcher die Wandmalereien angebracht waren. Diese Arbeiten sprengten das Budget des Projektes, so dass 2015 letztendlich das Wandgemälde "Medina" zwar fachmännisch gesichert, aber nicht von der im letzten Jahrhundert unfachmännisch angebrachten und stark nachgedunkelten Lackschicht befreit werden konnte.

Daher stellte das Auswärtige Amt in Berlin zusätzlich zu den zunächst veranschlagten 37.180 Euro nochmals 7.180 Euro zur Verfügung, so dass diese Arbeiten abgeschlossen werden konnten. Jetzt erstrahlt auch das Wandgemälde „Medina“ neben dem zweiten Fresko „Mekka“ in neuem Glanz.

Erhalt von Kulturgut

„Diese Restaurierung reiht sich ein in eine Anzahl von Instandsetzungen bedeutenden Sakralgebäude, deren Renovierung die Botschaft in den letzten Jahren unterstützt hat.“ erklärte die deutsche Botschafterin. Dazu gehören:
- das Eingangstor des Jüdischen Friedhofs in Sarajevo,
- die Klosterkirche in Vozuća und
- die Ali-Beg-Kapetanović-Moschee in Vitina.

Bei allen Projekten der Botschaft gehe es nie um eine Religion, sondern um den Erhalt von Kulturgut, welches allen Menschen in Bosnien und Herzegowina gehört - unabhängig von ihrer Konfession oder ihrer Ethnie.

Bei dem aktuellen Projekt der Bundesregierung zum Kulturerhalt handelt sich um die Konstruktion eines Schutzdachs über der Ausgrabungsstätte einer antiken römischen Villa aus dem 4. Jahrhundert in Skelani / Ostbosnien.