Aussöhnung ist eine permanente Aufgabe

Logo deutsch-polnische Zusammenarbeit Bild vergrößern Logo deutsch-polnische Zusammenarbeit (© Auswärtiges Amt) Seit der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages sind gut 25 Jahre vergangen. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Polen und Deutsche – die Geschichte eines Dialogs“, die die polnische Botschaft in der Bibliothek der Universität Sarajewo veranstaltet, sagte Botschafterin Hohmann:

„Manche mögen es gesehen haben: am vergangenen Samstag begingen Deutschland und Frankreich den 54. Jahrestag des Elysee-Vertrages, der der Beginn des deutsch-französischen Aussöhnungsprozesses war.

Beide Verträge haben etwas Zentrales gemeinsam: sie sind Ausdruck des festen politischen Willens, aus Jahrhunderten der Konfrontation und auch der bewaffneten Konflikte aus ehemaligen Kontrahenten enge Partner zu machen.

Damit dies möglich wurde, brauchte es in beiden Fällen Politikern mit einer klaren politischen Vision und Courage, um diese Vision der tiefgreifenden Aussöhnung umzusetzen.

Und es bedarf konstanter Anstrengungen, um diese politischen Verträge mit echtem Leben zu erfüllen. Natürlich sind Politiker wichtige Vorbilder, aber ohne die Einbeziehung der Bürger der jeweiligen Staaten kann man sein Ziel nicht erreichen. Aussöhnung ist eine permanente Aufgabe – kein kurzfristiges Ziel. Denn zur Aussöhnung gehört nicht nur die offene Diskussion über die gemeinsame Geschichte sondern auch das Brückenbauen in jeder Generation.

Deshalb sind das Deutsch-Polnische und das Deutsch-Französische Jugendwerk so wichtig für den Aussöhnungsprozess – hier entstehen Freundschaften und Verständnis füreinander.

Wichtig sind auch die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, z.B. zwischen Kommunen oder Landkreisen – die Alltagsprobleme, wie z.B. Infrastruktur, Unternehmensansiedlung oder Umweltschutz sind im Grunde genommen identisch – Erfahrungsaustausch hilft, neue Ideen und Lösungen zu entwickeln.

Heutzutage sind die Deutsc Ausstellung „Polen und Deutsche – die Geschichte eines Dialogs“, Bild vergrößern Bei der Ausstellung „Polen und Deutsche – die Geschichte eines Dialogs“, Bibliothek der Universität Sarajewo (© Polnische Botschaft) h-Polnischen Beziehungen für beide Seiten von enormer Bedeutung und basieren auf einer vertrauensvollen Partnerschaft.

Und: seit 1991 arbeiten Polen, Frankreich und Deutschland gemeinsam im „Weimarer Dreieck“ daran, auf Basis gemeinsamer Interessen politische Themen voranzutreiben und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern.

Mein polnischer Kollege hat gerade schon die Brücke zum Westbalkan geschlagen:

Wir wünschen uns für den Westbalkan, dass dies eine Region wird, in der man im Bewusstsein der Geschichte die Zukunft der Staaten der Region basierend auf Werten wie Kooperation, Vertrauen, Toleranz, Wahrung von Frieden und Menschenrechten gestaltet.

Wir, Deutschland und Polen, sind heute hier, weil wir davon überzeugt sind, dass das was die Länder des Westbalkans brauchen  - neben wirtschaftlichen und sozialen Reformen, effektiver Bekämpfung der Korruption, unabhängiger Justiz – ehrliche Bemühungen sind, um die Konflikte der Vergangenheit durch Dialog und Aussöhnung ein für alle Mal zu überwinden und gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten – politisch, wirtschaftlich und zwischenmenschlich.“

 

Die Ausstellung ist bis 31. Januar in der Universitätsbibliothek auf dem Gelände der Universität Sarajewo (Zmaja od Bosne 8b) zu sehen.